Günstiger Ökostrom: Energiemix bestimmt den Strommarkt

Mit dem Bezug von Ökostrom erhält man bisher keineswegs grünen Strom aus der Steckdose. Wie sieht der Mix aus erneuerbaren Energien in Deutschland eigentlich genau aus?

Wie einen See, beschreiben die Experten den Vorrat an Strom, in den unterschiedliche Produzenten und Betreiber ihren jeweils erzeugten Strom einspeisen, welcher dann wiederum durchmischt von den einzelnen Haushalten nach Bedarf abgezapft werden kann. Die Zuführung einer bestimmten Energiequelle, also reinem Ökostrom an einen zugewiesenen Haushalt ist derzeit nicht möglich, es sei denn, ein Haushalt entschließt sich zur Selbstversorgung, etwa über die Installation einer Photovoltaik-Anlage. Konventioneller Strom ist also eine Mischform aus der Erzeugung von Energie durch fossile Brennstoffe, Kernspaltung sowie einem kleinen Teil erneuerbarer Energien.

Ökostrom ist nicht gleich Ökostrom

Auch im Bereich der Erneuerbaren Energien entsteht ein Mix unterschiedlicher Nutzbarmachungen erneuerbarer Ressourcen zur Umwandlung in Strom. Die wichtigsten Vertreter sind derzeit neben der Wasser- und Windkraft im On- und Off-Shore-Bereich auch wärmewandelnde Prozesse zur Stromgewinnung, wie das etwa bei der Solarenergie oder der Nutzung von Erdwärme der Fall ist. Die natürlichen Ressourcen variieren stark in ihrer Verfügbarkeit, denn nicht überall weht beständig ein starker Wind und nachts geht die Sonne bekanntlich unter. Diese Schwankungen müssen auch zukünftig ausgeglichen werden, solange sich noch kein effizienter Weg zur Speicherung dieser Energien gefunden hat.

Kleinkraftwerke fördern den Ausbau von Ökostrom

Sogenannte Kombi-Kraftwerke können die Nachteile einzelner erneuerbarer Energien ausgleichen. VW und Lichtblick starten derzeit in Hamburg ein Pilotprojekt, dass die Unternehmen auch deutschlandweit ausweiten wollen. Hierbei können private Haushalte ein Kraftwerk im Miniaturformat vom Vertriebspartner Lichtblick pachten. Der Betrieb mit Erdgas ermöglicht durch eine zentrale Steuerung einen Ausgleich zu Zeiten, in denen etwa Windkraft oder Solaranlagen nicht ausreichend Energie liefern können. Die geplanten, kleinen 100.000 Kraftwerke sollen die Leistung von zwei Atomkraftwerken ersetzen und damit zum Ausbau von Ökostrom beitragen.